Realisierungswettbewerb
„Fachhochschule Kaiserslautern, Kammgarngelände“
Die Förderung des integrierten Studiums durch die Hochschule wird umgesetzt
indem unter einem großen Dach gemeinsam geforscht, gelernt und gelehrt
wird. Das “Haus in Haus”-Prinzip unter einem großen Dach
greift diese energiesparende Idee auf.
Der Erhalt der alten, von der Industrie
geprägten Gebäudekanten stehen im Vordergrund. Die Fassaden zur
Forellenstraße und zur Schoenstraße werden in ihrer Substanz
erhalten und bilden nach wie vor den nördlichen Abschluß der
Bebauuung. Hinter den alten Mauern gliedern sich die hochmodernen neuen
Gebäude.
Die Offenheit und Transparenz der neuen Gebäude symbolisieren
die Förderung von Neugierde und Wissensdrang. Sie ermöglicht den
Studierenden und dem Besucher eine einfache und schnelle Orientierung.
Die
Felskante wird in das Entwurfskonzept integriert, in dem sich das die Gebäudehülle
bildende Dach aus PTFE-Folie nach Süden neigt, die Felskante wird hervorgehoben.
Das Dach schützt die Gebäude vor Wind, Regen und Kälte. Es
bildet einen Raum der als Puffer zwischen den beheizten Gebäuden dient
und ganzjährig genutzt werden kann.
- Haus in Haus-Prinzip -
Die Gebäude sind als Haus in Haus konzipiert
und einer Hülle aus PTEF - Folie, die die gesamte Form umgibt. Das Prinzip
schafft eine klimatische Pufferzone zwischen den Inneren Gebäuden und
dem Außenraum. Die wärmegedämmte Hülle der eingestellten
Bauten ist nicht die Systemgrenze. Die 2. Hülle aus PTFE - Folie ermöglicht,
daß der Temperaturfaktor der wärmegedämmten Hülle nach
DIN 4108-6 reduziert werden. Regen, Wind, Lärm und andere Immissionen
bleiben draußen.
- Regenerative Energie -
Solarkollektoren auf der
nach Süden ausgerichteten Dachfläche erwärmen das zum Betrieb
benötigte Brauchwasser. Denkbar ist auch eine in die Folie des Daches
integrierte Photovoltaikanlage zur Produktion von Solarstrom.
- Umweltenergie
-
Das Heizungskonzept sieht die Nutzung der vorhandenen Energie aus der umgebenden
Umwelt – sei es zur Heizungsunterstützung bzw. zur Kühlung
– vor. Die Integration der zur Verfügung stehenden Speichermassen
der Gebäude
in das Energiekonzept vermindert die Betriebskosten erheblich.
- Beleuchtung -
Eine ausreichende, blendungsfreie und kostensparende Belichtung
der Räume wird durch große Fensterflächen im Süden,
Osten und Westen sichergestellt.
- Baustoffe -
Die Verwendung von Baustoffen
mit geringem Primärenergieinhalt wie Holz und Beton wurde eingeplant
und bestimmt das Erscheinungsbild der gesamten Anlage. Holz als nachwachsender
Rohstoff, dient zur Konstruktion der Fassaden im Passivhaus-Standart. Sie
werden vorgefertigt an Ort und stelle eingebaut, dies trägt zu einer
kurzen Bauzeit bei. Alle nötigen Innenwände sind, soweit es keine
statischen Bedenken gibt, aus Kalksandstein gemauert. Die Verwendung lösemittelfreier
Farben und Lacke im Innenbereich sollte im Innenraum im Vordergrund stehen.
Werkstein, Holz und Linoleum statt PVC-Beläge sind als Bodenbeläge
in Gangbereichen denkbar.
- Regenwassernutzung -
Das anfallende Regenwasser
wird vollständig genutzt. Ein Teil des Regenwassers verbleibt im offenen
Regenwasserauffangbecken, verdunstet im Sommer und trägt somit zur Kühlung
bei. Ein weiterer Teil des Regenwassers wird in einer Regenwasserzisterne,
gesammelt und zur WC-Spülung genutzt. Das überschüssige Regenwasser
speist das den Vorplatz gestaltendende Wassertablett - ihm wird kein Frischwasser
zugeführt. Die Flächenversiegelung wird auf ein Mindestmaß beschränkt,
d.h. Zufahrten, Stellplätze, Terrassen werden mit wasserdurchlässigen
Belägen befestigt. Das Niederschlagswasser kann verdunsten, der Oberboden
dient als Zwischenspeicher, das verbleibende Wasser versickert und speist
schließlich das Grundwasser, es soll möglichst viel Wasser auf
dem Grundstück versickern.

